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Wenn man an Schottland denkt, kommen einem unweigerlich Wörter wie Regen, Kälte, karge Natur und stürmische Winde in den Sinn, aber auch solche wie Einsamkeit in unberührter Natur, tolle Orte und Menschen, die Highlands und Castles wo das Mittelalter zum Greifen nahe ist.

anklicken vergrößert | © by Ulf MaringerFür uns stellte sich dieses Jahr recht unverhofft und vor allem kurzfristig die Frage: Wo soll es in 8 Tagen in den Urlaub gehen? Katja hatte Sommerferien und ich bekam trotz Probezeit 2 Wochen Urlaub. Wir wollten einen Motorradurlaub verbringen, der nicht wie sonst spektakuläre Geländeausritte parat halten sollte, sondern eine reine Straßentour mit viel Kultur sein sollte. Des Weiteren wollten wir der großen Hitze in Deutschland entfliehen und so gingen unsere Gedanken nach Skandinavien und die britischen Inseln.
Von unserem Norwegenurlaub ´99  immer noch schwärmend, war das Ziel wieder dieses Land zu bereisen schnell gefasst, nach kurzer Recherche im Internet nach freien Fähren und dem Ansinnen nicht doch ein schon mal besuchtes Land zu bereisen, kamen wir auf Schottland. Ich verbrachte '92 schon mal einen zweiwöchigen Motorradurlaub dort und wusste, was uns in etwa erwarten würde.
Da wir dieses mal auch nicht campen wollten, war Schottland ein weiterer Besuchsgrund, denn Bed & Breakfast (B&B) bekommt man fast überall.
Aber jetzt geht es erstmal um Recherche:

anklicken vergrößert | © by Ulf Maringer


An- und Abreise
Auf die britischen Inseln fahren zahlreiche Fähren. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Reedereien zusammengestellt, die für Motorradfahrer interessant sind:

  • DFDS Seaways
    Welche die Strecken IJmuiden (Amsterdam) - Newcastle, Hamburg - Newcastle und Hamburg - Harwich anbietet.
  • P&O Stena-Line
    verkehrt zwischen den Orten Rotterdam - Hull, Zeebrügge - Hull und Calais - Dover
  • Superfast
    Seit Mai 2002 zwischen Zeebrügge und Rosyth (nördlich Edingburgh!) verkehrende Reederei.

Wir haben uns aus Preis- und Verfügbarkeitsgründen für DFDS-Seaways entschieden und können die Tour auch empfehlen. Die Reederei verkehrt täglich auf dieser Strecke, und zwar Nachts, was sehr angenehm ist, denn man schifft gegen 17:00 Uhr ein und ist am nächsten Morgen um 9:00 Uhr in Newcastle.
Ich hatte mich im Internet bei allen o.g. Reedereinen informiert und einen Preisvergleich gemacht und dann bei DFDS über Telefon problemlos gebucht Tel.:040/389030 (deutschsprachig).
Superfast hätte uns auch interessiert, da man direkt nördlich Edingburgh ankommt, man hat allerdings die etwas längere Anreise nach Zeebrügge (was aber auch davon abhängig ist wo man wohnt). Wir hatten bis Amsterdamhafen (IJmuiden) 280km.


Reiseführer & Kartenmaterial
Wir haben uns für den Reiseführer Schottland (ISBN 3-8317-1117-8, 19,90€) aus dem Reise-Know-How Verlag entschieden, weil wir dort wieder die wichtigsten Informationen über Land und Leute für uns sehr übersichtlich und verständlich fanden. Was nicht heißen soll, dass andere Reiseführer nicht auch gut sind, eine Linkliste anderer Verlage ist hier zu finden.

Als Kartenmaterial hatte ich noch eine Shellkarte aus dem Mairs-Verlag (ISBN 3-87504-259-X 1:750.000) von '92, die für eine Vorplanung und zum zwanglosen Knicken im Tankrucksack völlig ausreichend ist
Als aktuelle Karte haben wir uns eine Schottlandkarte aus dem Kümmerly+Frey-Verlag im Maßstab 1:300.000 ISBN 3-259-01358-X zugelegt, welche mit vielen wichtigen Details aufwartet.


Straßen, Wege und Verkehr
In Schottland gilt wie in ganz Großbritannien Linksverkehr. Für Motorradfahrer ist das aber nicht weiter problematisch, man hat sich sehr schnell an das Fahren auf der 'falschen Seite' gewöhnt. Probleme wie das Deutsche Rechts-vor-Links kennen die Briten kaum, denn an jeder Kreuzung findet man einen Kreisverkehr. Das Prinzip ist wie bei uns, der im Kreis fahrende hat Vorfahrt.
Wer meint in Schottland einen Rennstreckenurlaub verbringen zu können ist auch schief gewickelt, einerseits werden die Geschwindigkeitsbeschränkungen kontrolliert, andererseits kann man auch gar nicht so schnell fahren, weil die Straßen durch Kurve oder Kuppe sehr häufig nicht einsehbar sind. Aber Schottland ist ja eh ein Land um die Landschaft zu genießen, was aber nicht heißen soll, dass man in Schottland keine schönen Kurven fahren kann!
Die Straßenverhältnisse sind im allgemeinen sehr gut, d.h. jede noch so kleine Straße ist asphaltiert.
Die Oberflächen sind allerdings anders als bei uns. Weil teilweise viel Regen fällt ist der Teer sehr grob, was zwar schön das Wasser verschwinden lässt, aber reifenverschleißend und laut ist.
Die Straßen an sich sind nicht sehr breit. In den Highlands gibt es hauptsächlich 'Singletrack Roads', die wie der Name schon sagt aus nur einer Fahrbahnbreite bestehen, jedoch alle paar Meter Ausweichbuchten haben um entgegenkommende Fahrzeuge passieren zu lassen.

    Es gelten folgende Geschwindigkeitsbegrenzungen:
  • Innerorts: 30mph, was knapp 50km/h entspricht,
  • Außerorts: 60mph, was knapp 100km/h entspricht und
  • auf Autobahnen: 70mph, was gut 110km/h sind.

Übernachtung
Schottland ist ein prädestiniertes Land für Bed & Breakfast (B&B), denn es ist überall verfügbar. Klar kann man in diesem Land auch wunderbar campen, denn es gibt Campingplätze in ausreichender Anzahl, aber aufgrund der Witterungsverhältnisse bietet sich B&B einfach besser an, dazu kommt, dass man sich auch nicht so sehr mit diesen "Midges" - kleine Minimücken die nicht stechen sondern beißen - rumärgern muss.
Es gibt mehrere Möglichkeiten an B&B-Unterkünfte zu kommen:
a) man bucht im Voraus aus Deutschland. Das macht aber nur Sinn, wenn man mit einer Gruppe unterwegs ist, denn B&B ist meistens nur in 2-4 Zimmern pro Haus.
b) man geht vor Ort in die Touristinfo und lässt sich dort 'helfen'. Das Vergnügen kostet dann erstmal 3,-£ Bearbeitungsgebühr, zzgl. erhält die Touriinfo 10% vom Übernachtungspreis, was natürlich der Besitzer auf seine Kosten mit aufschlägt und des Weiteren werden nur Unterkünfte angerufen die im Scottish Tourist Board vereinigt sind. Unsere Empfehlung ist
c) sich einfach vor Ort in den (Neben-)Straßen umzusehen und auf entsprechende Schilder zu achten. Die Preise sind wesentlich günstiger, bei gleich hoher Qualität.
Wer sich auf B&B einlässt muss mit Kosten zwischen 17,- und 25,-£ pro Person und Nacht aber mit großem Frühstück, rechnen. Unterkünfte wo das Badezimmer direkt am Zimmer ist (ensuite), sind meistens teurer.
Hier eine Auflistung unserer Unterkünfte mit Ort, Preis und Wertung:

  • Stirling, The Whitehouse (Guesthouse), 20,-£
    Wenig persönlich, aber sauber und das Badezimmer mit am Zimmer.
  • Fort William, "Glenfallach" in der Agryll-Road, 16,50 £
    Einfaches B&B, naja...
  • Portree (Isle of Sky), keine Ahnung mehr, 17,50 £
    Einfaches B&B aber supertoll, da absolut familiär und fürsorglich, die alte Dame macht nur noch gelegentlich auf, und auch nur, wenn sie freundliche Augen und Gesichter sieht ;-).
  • Inverness, "The Whins" in der Kenneth-Street, 17,- £
    Schönes B&B in einer familiären Umgebung, Mrs. Macenzie ist etwas pingelig, aber dafür ist alles supersauber und nett.
  • Gullane (östlich Inverness), Faussetthill House, 30,-£!
    B&B in einer typischen englischen Villa, was den Preis schon fast wieder Wert war, denn die Hütte war traumhaft eingerichtet! Unsere Notlösung wegen des Edingburghfestivals.
  • Drem, südöstlich Edingburgh, bei den Grays, 18,-£
    Einfaches aber tolles B&B, einerseits durch das familiäre Ambiente durch Joy und Donald (Donald ist auch motorradverrückt), andererseits hat Drem einen Bahnhof dessen Züge direkt nach Edingburgh fahren, was sehr praktisch ist.

Essen und Trinken
Der Ruf der britischen Küche ist sehr schlecht, was aber absolut nicht den Tatsachen entspricht!
Klar gibt es dort jede Menge "Take aways", aber gibt es die bei uns nicht auch in Form von Dönerbuden oder Imbissen? Wir sind öfter in Restaurants essen gegangen und fanden ein qualitatives Niveau vor, was sich mit der deutschen Küche messen kann. Fisch in allen Variationen ist sehr zu empfehlen, ebenfalls die Burger, die mit denen bei McDonalds nicht zu vergleichen sind.
Die Preise haben in etwa deutsches Niveau, wir zahlten im Mittel mit Getränken ~20,-£ für 2 Personen was knapp 30,-€ sind.


Die Schotten
Wir haben die Schotten als sehr gastfreundschaftlich erlebt, die sehr stolz auf ihr Land sind und gerne zeigen was sie haben ohne zu protzen. Sie sind ein fröhliches Volk das alles etwas ruhiger angehen lässt, also wenig Stress aufkommen lässt.
Woher die Aussage kommt, die Schotten seien geizig kann ich nicht nachvollziehen, denn wir haben etwas anderes erlebt (siehe Reisebericht).
Für uns ist Schottland immer eine Reise wert und wir werden dieses Land bestimmt nocheinmal bereisen.